In vier Schritten zum passenden Coach

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Wer heute im Internet nach einem Coach sucht, der sollte viel Zeit mitbringen: Der Begriff „Coach“ ist seit vielen Jahren total im Trend und nicht rechtlich geschützt. Und auch wenn zahlreiche Coachausbildungen angeboten werden (die korrekterweise eigentlich Weiterbildungen heißen müssten), ist der Coach kein Ausbildungsberuf – jeder kann ihn ausüben, unabhängig von Ausbildung, Bildungsstand und bisherigem Werdegang.

Die beste Art, einen guten Coach zu finden, ist natürlich die persönliche Weiterempfehlung. Allerdings haftet dem Coaching insbesondere im privaten Bereich vielfach noch ein Stigma an – wer sich coachen lassen „muss“, der bekommt es alleine nicht auf die Reihe. Wer in der Partnerschaft oder allgemein im Leben Probleme hat, redet deshalb oft nicht gerne darüber. Auch nicht, wenn er die Krisen gemeistert hat. Deshalb kommt es auch nur selten vor, dass ein Coach aktiv weiterempfohlen wird, ganz gleich, wie erfolgreich er seine Arbeit getan hat.

Eine weitere Option zur vereinfachten Coachsuche sind Coachportale und Coachingverbände im Internet. Dazu sollte man jedoch wissen, dass keine dieser Seiten „offiziell“ oder objektiv sind. Die Listung von Coaches auf Verbandsseiten und in Portalen ist immer mit Mitgliedschaften (sprich: Geld) verbunden. Die Coachingverbände knüpfen eine Mitgliedschaft zumindest an bestimmte Voraussetzungen wie Coachausbildungen und andere Qualifikationen. Trotzdem ist dies nicht gleichbedeutend mit einem „Qualitätsausweis“.

1. Suchen Sie richtig

Da es mittlerweile für nahezu jeden Lebensbereich eigene „Coaches“ gibt, sollte man seine Suchanfrage von Anfang an so konkret wie möglich halten. Was ist der Anlass des Coachings? Geht es um ein Businesscoaching, um ein Paarcoaching oder um einen Persönliches Coaching?

Im Bereich Business-Coaching ist es zusätzlich hilfreich, Themen schon in der Suchanfrage zu konkretisieren, beispielsweise Führungskräftecoaching oder Mitarbeitercoaching, Teamcoaching oder Einzelcoaching, Vertriebscoaching, Zielcoaching, Burnout-Prävention oder Changeprozess.

Geht es um Beziehungsprobleme oder eine Ehekrise, sollte man sich zunächst überlegen, ob eine Paartherapie, eine Paarberatung oder ein Paarcoaching besser geeignet wären. Dann kann man deutlich gezielter nach Angeboten suchen. Wie man Therapie, Beratung und Coaching unterscheiden kann, haben wir in einem speziellen Blogartikel zum Thema erläutert.

Auch bei einem Persönlichen Coaching kann es im Vorfeld helfen, nicht nur nach „Persönlicher Coach“ zu suchen, sondern beispielsweise nach „Persönliches Coaching Selbstvertrauen“ oder „Persönliches Coaching Ziele erreichen“. Zu beachten ist auch, dass unter dem Begriff „Personal Coach“ vor allem Fitnesstrainer tätig sind.

Ein optionaler Zusatz bei der Suche ist die Stadt oder Region, also z. B. „Business-Coach Stuttgart“. Allerdings berücksichtigen die Suchmaschinen mittlerweile ohnehin den Ort, von dem aus gesucht wird und schlagen automatisch zuerst die relevanten regionalen Ergebnisse vor.

2. Vertrauen Sie Ihrem ersten Eindruck

Haben Sie bei Ihrer Suchanfrage einige Treffer erzielt, die für Ihr Thema in Frage kommen, dann achten Sie gleich auf Ihren ersten Eindruck beim Klicken auf die Internetseite der Coaches:

Spricht der Coach „Ihre Sprache“? Fühlen Sie sich von den Texten angesprochen oder sind sie Ihnen womöglich zu wissenschaftlich oder zu vertraulich? Gefällt Ihnen die Gestaltung oder ist sie Ihnen vielleicht zu kühl und nüchtern – oder zu bunt und blumig? Ist Ihnen der Coach auf den ersten Blick sympathisch oder stellt er sich gar nicht erst mit Bild vor? Fühlen Sie sich wohl auf der Seite und kommen Sie gut zurecht mit der Navigation?

Klar, Sie wollen einen Coach und keinen Webdesigner. Erfahrungsgemäß lässt die Art des Internetauftritts jedoch auch Rückschlüsse auf die Arbeitsweise des Coaches zu. Denn die wichtigste Voraussetzung für einen guten und erfolgreichen Coachingprozess ist, dass die Chemie zwischen Coach und Klienten stimmt. Wenn Ihnen schon der Internetauftritt nicht zusagt, suchen Sie weiter. Vertrauen Sie Ihrer Intuition – es gibt Coaches da draußen, die besser zu Ihnen passen.

3. Informieren Sie sich und vergleichen Sie

Natürlich sollten Sie nicht allein aus Ihrem Bauchgefühl heraus für einen Coach entscheiden. Deshalb bilden gleich nach erstem Eindruck und Intuition folgende Fakten gute Leitlinien für die Coachwahl:

Erfahrung – im Leben und als Coach?

  • Hierzu zählen sowohl Lebenserfahrung als auch Qualifikation. Ihr Coach sollte mindestens eine mehrjährige Coachausbildung vorweisen können und bereits mehrere Jahre als Coach praktizieren. Eine gewisse Seniorität und Reflektiertheit ist hilfreich.
  • Je nach Ihrem Thema sollten Sie darauf schauen, wie Ihr Coach selbst aufgestellt ist. Haben Sie ein Partnerschaftsthema, wäre es gut, Ihr Coach hat selbst Beziehungserfahrung. Geht es um ein Businesscoaching, wäre es gut, Ihr Coach ist beruflich erfolgreich und hat bereits mehrere Jahre Berufserfahrung, idealerweise in mehreren Bereichen und Positionen.

Methode – wichtig oder nicht?

  • Die wichtigsten Methoden im Coaching sind ganz einfach: das Fragenstellen und das Aktive Zuhören. Ein Coach, der diese beiden Methoden professionell anwendet, kann Sie schon sehr viel weiter bringen.
  • Arbeitet der Coach mit speziellen Methoden, sollten Sie vorab um eine Erläuterung bitten, damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen. Vielleicht können Sie manche Methoden auch von vorne herein ausschließen: „Hypnosecoaching“ ist nicht für jedermann das richtige und auch eine in erster Linie kognitive, also verstandesgemäße Vorgehensweise, entspricht nicht jedem.

Kosten – transparent und angemessen?

  • Ein guter Coach hat seinen Preis. Allerdings sollte dieser angemessen sein. Für ein Business-Coaching werden für gewöhnlich deutlich höhere Stundensätze (im Schnitt zwischen 150 und 300 €) erhoben als für ein Persönliches Coaching oder ein Paarcoaching. Was Sie für Ihr Coaching investieren wollen, müssen Sie selbst entscheiden. Überlegen Sie sich einfach, was es Ihnen wert wäre, Ihr Ziel zu erreichen und gehen Sie von diesem Betrag aus.
  • Der teuerste Coach ist nicht unbedingt der beste Coach. Umgekehrt sollten Sie skeptisch werden, wenn ein Coach einen Stundensatz unter 60 € anbietet. Insbesondere, wenn Sie den Coach buchen wollen, um finanzielle Ziele zu erreichen.
  • Coaching ist eine sehr effiziente Methode, um Ziele zu erreichen. Dennoch ist es am Anfang eines Coachingprozesses noch nicht abzusehen, wie viele Sitzungen für das gewünschte Ergebnis erforderlich sein werden. Denn zum einen hängt das nicht nur vom Coach, sondern auch von Ihnen, dem Klienten, ab. Und zum anderen können während des Prozesses Themen sichtbar werden, an denen Sie zusätzlich weiterarbeiten wollen. Achten Sie deshalb darauf, ob Ihr Coach Paketpreise oder ein Staffelhonorar anbietet, damit Sie zu jeder Zeit Transparenz über die anfallenden Kosten und Ihr „Stundenguthaben“ behalten.

Haben Sie Ihre Top 3 Coaches eingekreist? Gut. Dann fragen Sie sie an – per E-Mail oder telefonisch. Und schauen Sie, wie die Coaches Ihrer Wahl reagieren.

4. Führen Sie ein Vorgespräch

Ein guter einfühlsamer Coach, wird Ihnen die Möglichkeit geben, ihn kennenzulernen und ihm Fragen zu Methodik und Vorgehensweise zu stellen. Darauf sollten Sie auch bestehen, denn ein kostenloses „Probecoaching“ gibt es bei Profis nicht und für einen erfolgreichen Prozess ist es immens wichtig, dass Sie Ihrem Coach vertrauen und so offen wie möglich sind. Nutzen Sie deshalb das Vorgespräch – ob am Telefon oder vor Ort – um alle für Sie wichtigen Fragen zu klären. Und trauen Sie sich ruhig auch, klar zu sagen, wenn Sie kein gutes Gefühl haben.

Wenn es nicht dieser Coach ist, dann ist es ein anderer – es gibt für jeden Klienten den passenden Coach.

Bildquellen: www.istockphoto.com, wronge57 -  www.photocase.de, kallejipp - www.photocase.de