Zwei Fragen, die Sie garantiert weiterbringen

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Jeder Mensch war schon mal in einer Situation, die ihm ganz und gar nicht gefallen hat. Und jeder halbwegs reflektierte Mensch stellt sich in einer solchen Situation die selben Fragen: Warum passiert mir das? Was ist schief gelaufen? Was habe ich falsch gemacht? Und, vielleicht sogar: Wie kann ich das ändern? Alles keine schlechten Fragen. Aber um wirklich weiterzukommen, braucht es andere.

Frag' nicht Warum

„Warum“ ist ein herrliches Fragewort. Warum? Weil man damit endlos weiterfragen kann. Kinder sind kleine Meister darin. Auf jede „Weil...!“ Antwort türmen sie die nächste „Warum...?“ Frage, bis einem die vernünftigen „Weils“ ausgehen – oder man die Geduld verliert.

– „Warum darf ich nicht am Handy spielen?“

– „Weil Du erst Deine Hausaufgaben machen sollst.“

– „Warum soll ich erst meine Hausaufgaben machen?“

– „Weil das wichtiger ist.“

– „Warum ist das denn wichtiger?“

– „Weil ich es sage.“

Die „Warum“-Frage ist gut geeignet, wenn man eine Begründung herausfinden und Ursachenforschung betreiben möchte. Oder eine Rechtfertigung braucht. Das Problem mit dem „Warum“ ist nur: Eine Begründung hilft nicht unbedingt weiter. Nur wenn ich weiß, warum ich in eine bestimmten Situation geraten bin, habe ich noch lange keine Lösung dafür, wie ich wieder rauskomme. Oder wie ich sie das nächste Mal vermeide.

  • „Warum habe ich nur diesen Job angenommen, der mir keinen Spaß macht?“ – „Weil ich einen Job gebraucht habe und der gut bezahlt war.“
  • „Warum habe ich mich in eine Frau verliebt, die anderen Mänern schöne Augen macht?“ – „Weil sie schöne Augen hat.“

Mit „Warum“ fragt man immer in eine bestimmte Richtung. Nämlich nach hinten – in die Vergangenheit. Dabei bleibt im Unklaren, welche bewusste oder möglicherweise sogar unbewusste Absicht dem eigenen Verhalten zugrunde lag. Wenn wir aber nach der Zielsetzung fragen wollen, müssen wir unsere Frage in die Zukunft richten. Das geht ganz einfach mit: „Wozu?“.

Wozu statt Warum

Das Fragewort „Wozu“ scheint kaum einen Unterschied zum „Warum“ zu machen? Im Gegenteil: Es eröffnet ganz neue Perspektiven! Denn dem „Wozu“ ist die Ursache völlig gleichgültig. Es will wissen, welche Motivation hinter dem Verhalten steht.

  • „Wozu habe ich einen Job, der mir keinen Spaß macht?“
  • „Wozu bin ich mit einer Frau zusammen, die anderen Mänern schöne Augen macht?“

Nur eine geringe Umstellung der Fragen, und schon öffnen sie neue Möglichkeiten für Reflexion und Erkenntnisse:

  • Ist mir Spaß an der Arbeit inzwischen wichtiger als Geld und Sicherheit? Kann ich nicht auch beides haben? Welche Absicht soll mein Job erfüllen? Welcher Job könnte das sein?
  • Was lässt mich hier meine Beziehung in Frage stellen? Bestätige ich mir hier eine Überzeugung über das andere Geschlecht? Oder womöglich über mich selbst? Werde ich getestet? Wozu lasse ich mir das gefallen? Habe ich es verdient, bei meiner Partnerin an erster Stelle zu stehen?

Mit dem „Wozu“ fängt man an, sich selbst, seinem Verhalten und seiner womöglich verdeckten Absicht auf die Schliche zu kommen. Wer jetzt noch einen Schritt weitergehen will, für den haben wir noch eine weitere, höchst ungewöhnliche Frage: „Was ist hier mein Gewinn?“.

 

Mit dem Gewinn kommt der Sinn

Ob Beziehungsstress, finanzielle Nöte, Krankheit oder beruflicher Misserfolg – wer sich in einer unangenehmen Situation befindet, hat zunächst vor allem einen Fokus auf das Negative. Natürlich hat man sich das so nie gewünscht, geschweige denn bewusst herbeigeführt. Und doch: Irgendwo steckt auch in der schlimmsten Lage ein „positiver“ Aspekt – ein Gewinn. Dieser kann sich auch in einem ganz anderen Bereich Ihres Lebens zeigen:

Sie sind lange krank.
→ Dadurch haben Sie eine Auszeit vom stressigen Alltag. Und nehmen sich vielleicht wichtige Zeit zum Nachdenken, die Sie sonst nicht hätten.

Sie verlieren Ihren Job.
→ So haben Sie mehr Zeit für Ihre Familie. Und stellen vielleicht fest, dass Sie beruflich lieber etwas anderes machen wollen, was Sie sich vorher nicht getraut hätten.

Sie verschulden sich hoch.
→ Sie werden von Freunden und Familie unterstützt und machen so die Erfahrung, dass Ihnen nichts passieren kann.

Sie werden von Ihrem Partner verlassen.
→ Sie erhalten Mitgefühl und Aufmerksamkeit. Und sind frei für Ihren wirklichen Traumpartner.

Diese Beispiele müssen nicht auf Sie zutreffen. Und es sind alles keine fiktiven Beispiele, sondern echte „Gewinne“, die Klienten in ihren persönlichen Situationen für sich erkannt haben. Diesen Gewinn herauszufinden, kostet Überwindung. Denn es bedeutet, eine Situation, in der man sich bisher als „Opfer“ gesehen hat, neu zu bewerten. Und die eigene Verantwortung daran anzuerkennen.

Den eigenen Gewinn zu erkennen, wenn kein einziges Zeichen auf „Gewinn“ zu stehen scheint, hat jedoch einen ungeheuren – ja, Gewinn. Denn sowie klar ist, worauf sich das eigene Handeln bislang ausgerichtet hat, welcher Gewinn also erzielt werden sollte, kann man diese Absicht in Zukunft auch auf andere Weise verwirklichen.

  • Eine Auszeit nehmen, bevor man krank wird.
  • Sich beruflich neu orientieren, auch wenn der eigene Job noch sicher ist.
  • Sich von anderen Unterstützung holen, auch ohne große Not.
  • Die eigene Beziehung auf den Prüfstand stellen, daran arbeiten oder sie beenden.

Und wenn Sie in einer solchen scheinbar ausweglosen Situation sind, aber partout nicht Ihren Gewinn darin erkennen können – das ist ganz normal. Man kann nicht alles selbst im Rückspiegel sehen. Manchmal braucht man jemanden, der einem sagt, ob das Bremslicht noch funktioniert. Gerne helfen wir mit einem geschulten Blick von außen. Informieren Sie sich über ein Persönliches Coaching bei Sonar Coaching in Stuttgart.

Bildquellen: David-W - www.photocase.de