Wie man Gefühle ganz einfach selber machen kann

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Jeder kennt sie, jeder hat sie, manche genießen sie, manche leiden darunter. Aber wo kommen eigentlich diese ganzen Gefühle her? Hormone oder Frühling, Chemie oder Wetter? Und vor allem: Wie wird man Herr (bzw. Frau) über seine Gefühle? Insbesondere, wenn sie einem nicht gefallen? Wir zeigen den Kern des Gefühlsmanagements – mit dem kleinen ABC der Gefühle.

Haben Sie sich schon mal geärgert, weil Sie im Stau standen? Und haben Sie sich auch schon mal gefreut, weil Sie ein Geschenk bekommen haben? Meist ist das auch die Absicht mit einem Geschenk: Dem Beschenkten eine Freude zu bereiten. Doch gelingt das nicht immer. Sicher haben Sie sich auch schon mal nicht gefreut.

Warum? Ein kleiner Hinweis: „sich ärgern“ und „sich freuen“ sind reflexive Verben, das heißt sie beziehen sich auf das Subjekt. Vielen Dank, liebe Grammatik! Ich mach’ mir meine Gefühle also selbst?

Wenn Sie jetzt sagen, dass es beim Freuen aufs Geschenk ankommt, haben Sie völlig Recht. Es kommt auch darauf an. Schauen Sie, Ihre kleine Tochter schenkt Ihnen ein Bild, das sie von Ihnen gemalt hat:

Sind Sie ebenso gerührt, wenn Sie dasselbe Geschenk von Ihrem Ehepartner bekommen? Nicht ganz so? Dann kommt es also auch darauf an, von wem das Geschenk kommt.

Zurück zum Stau: Stellen Sie sich vor, Sie schauen sich nach den anderen Autos um. Im Wagen hinter Ihnen sitzt ein verliebtes Pärchen, dass sich die Zeit mit Zärtlichkeiten vertreibt. Links von Ihnen beschwert sich der Fahrer lauthals und mit rotem Gesicht über den Stau und über die anderen Fahrer.

Ein und dasselbe Ereignis – Stau –, aber ganz verschiedene emotionale Reaktionen. Und Sie? Ärgern Sie sich auch? Ärgern Sie sich immer, wenn Sie im Stau stehen? Also wirklich jedes Mal? Sicher nicht. Dann kann der Stau nicht die Ursache sein. Es kommt darauf an, ob Sie es eilig haben, ob Sie gerade ein spannendes Hörbuch hören, oder oder....

Es kommt somit nicht auf die Situation an. Sondern auf Ihre Bewertung der Situation. Oder des Geschenks. Oder des Schenkers.

Wenn also alle im selben Stau stehen und nur manche Menschen sich ärgern, dann kann der Stau zwar der Auslöser dafür sein, aber nicht die Ursache. Denn ein und derselbe Auslöser kann von verschiedenen Personen in verschiedenen Situationen komplett unterschiedlich bewertet werden – und hat so verschiedenste emotionale Konseqenzen.

Das ABC-Modell nach Albert Ellis, Begründer der Ratio-Emotiven Verhaltenstherapie (REVT).

Wenn die Ursache unserer Gefühle also nicht im Auslöser, sondern in unseren eigenen Bewertungen liegt, dann haben wir maßgeblich Einfluss auf unsere Gefühle. Das macht uns plötzlich richtig machtvoll! Wir haben also Macht über unsere Gefühle!

Andererseits heißt das aber auch, dass wir auf die Gefühle anderer Menschen keinen, bzw. nur einen sehr geringen Einfluss haben. „Mach mich glücklich!“ ist eine unlösbare Aufgabe. Wir können jedoch z. B. negative Gefühle als Signal nutzen, um uns über unsere Bewertungen und Bedürfnisse klar zu werden und daraus entsprechend Wünsche und Bedingungen zu formulieren.

Gefühlsmanagement ist Übungssache. Gerne unterstützen wir Euch dabei.

 

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Reinhold Niebuhr

 

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