Wie bekomme ich mehr Selbstvertrauen?

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Eine Frage, mit der viele Klienten zu uns ins Coaching kommen. Manche wünschen sich mehr Selbstvertrauen, andere mehr Selbstbewusstsein oder mehr Selbstwertgefühl. Um herauszufinden, worum es im Kern wirklich geht, setzen wir uns zunächst mit den Begrifflichkeiten auseinander:

Was ist Selbstwertgefühl?

Selbstwertgefühl ist natürlich kein wirkliches Gefühl – davon gibt es laut Untersuchungen nur vier bis fünf (Angst, Wut, Freude, Trauer und körperliche Bedürfnisse). Es ist ein Gedanke. Und zwar der Gedanke, durch das alleinige Dasein nicht zu genügen. Menschen mit dieser inneren Überzeugung versuchen oft, sich durch viel Tun Wert und Anerkennung zu verschaffen.

Was ist Selbstbewusstsein?

Selbstbewusstsein ist ein eher esoterischer Begriff. Mangelndes Selbstbewusstsein kann ein Hinweis sein auf einen fehlenden oder gestörten Zugang zum eigenen Selbst, zu den eigenen geistigen und auch körperlichen Bedürfnissen und Wünschen. Manche meinen damit auch Durchsetzungsvermögen, im Sinne von für die eigenen Bedürfnisse einstehen – auch auf die Gefahr hin, sich damit unbeliebt zu machen. Sich seiner selbst bewusst zu sein, ist eine wichtige Voraussetzung, um über das eigene Denken, Fühlen und Handeln zu reflektieren.

Was ist Selbstvertrauen?

Selbstvertrauen ist häufig der Schlüssel für alle genannten Themen. Denn ist das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das eigene Vermögen nicht (mehr) da, fällt es schwer, auch die kleinste Schwierigkeit anzugehen. Mit echtem Selbstvertrauen hingegen lassen sich nahezu alle Probleme lösen. Das Gute daran: Selbstvertrauen kann man relativ leicht erschaffen oder wieder aufbauen. Es beruht nämlich auf einem einfachen Prinzip: Wort geben. Und Wort halten. Und das kann man üben.

Das Integritätskonto ins Plus bringen

Der amerikanische Businesscoach Stephen R. Covey hat das sehr schön in seinem Bild des „Integritätskontos“ auf den Punkt gebracht: Jedes Mal, wenn man sein Wort gibt und hält, zahlt man etwas auf sein Integritätskonto ein. Und jedes Mal, wenn man sein Wort nicht hält, hebt man etwas ab. Je mehr man auf seinem Konto hat, um so kreditwürdiger ist man – anderen, aber auch sich selbst gegenüber. Der Effekt ist einleuchtend, man vertraut am ehesten denen, die dafür bekannt sind, ihr Wort zu halten.

Eine Übung für mehr Selbstvertrauen

Lust, den eigenen Integritätskontostand aufzubessern? Dazu gibt es eine tolle, ganz einfache Übung von Coach und Autor Jens Corssen in seinem Buch "Der Selbstentwickler": Sie geben sich selbst Ihr Wort für etwas. Fangen Sie ruhig ganz einfach an – vielleicht mit etwas, dass Sie sowieso schon tun. Sie können sich zum Beispiel vornehmen: „Heute trinke ich nur Wasser (also kein Bier, keinen Wein, keinen Tee und keinen Kaffee, nur Wasser) – und das nur heute.“ Oder: „Heute gehe ich jede Treppe zu Fuß. Ich nutze keinen Aufzug und keine Rolltreppe.“ Oder „für die nächsten 14 Tage esse ich jeden Morgen um 8.00 Uhr einen Apfel.“ Geben Sie einen Monat lang für etwas Ihr Wort. Für was spielt keine Rolle. Am besten ist ein positives Ziel, auch wenn Sie dafür auf etwas verzichten. Für was auch immer Sie Ihr Wort geben, halten Sie es!

Der Kreativität bei der Auswahl von banalen Übungen sind keine Grenzen gesetzt. Sie werden feststellen, dass Sie dieses Training in die Lage versetzt, auch größere Aufgaben diszipliniert anzugehen und zu bestehen. Diese Übung klappt selbst dann, wenn Sie großen Belastungen ausgesetzt sind und nicht mehr wissen, wo Ihnen der Kopf steht. Nehmen Sie sich täglich eine kleine Sache vor, und ziehen Sie diese durch. Das reduziert Ohnmachtsgefühle und stabilisiert.

Mit diesen Übungen im Wort geben und Wort halten, verleihen Sie Schritt für Schritt Ihrem Wort wieder Bedeutung und Macht. Sie werden für sich selbst vertrauenswürdig. Sie halten Ihre Commitments unbedingt ein. Sie werden wissen: „Ich erreiche dieses Ziel, weil ich sage, dass ich es erreiche.“ Diese Erfahrung ist Gold wert: „Ich vertraue mir! Ich kann mich auf mich verlassen.“

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