Was Mitarbeiter brauchen, um gerne zu arbeiten

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Mit schöner Regelmäßigkeit veröffentlicht das Gallup Institut seinen jährlichen Engagement Index – die bekannteste Studie zur Mitarbeiterbindung. Dabei werden 1.000 zufällig ausgewählte Beschäftigte zu ihrer Motivation am Arbeitsplatz befragt. Und mit schöner Regelmäßigkeit präsentiert die Gallup Studie seit 2001 jedes Jahr fast dieselben Zahlen. Aktuell sehen sie für 2017 so aus:

  • 71 % der Arbeitnehmer in Deutschland machen Dienst nach Vorschrift
  • 14 % der Arbeitnehmer in Deutschland haben innerlich gekündigt
  • 15 % der Arbeitnehmer in Deutschland fühlen sich richtig wohl in ihrem Unternehmen

Oder, wie es die FAZ in ihrem Artikel ausdrückt: „Fünf Millionen Deutsche haben innerlich gekündigt“.

Emotionale Bindung braucht Werte

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter auf der anderen Seite wird mit der emotionalen Bindung zum Unternehmen verknüpft. Arbeitspsychologin Kristina Hilckmann nennt als Voraussetzungen, um eine solche emotionale Bindung aufzubauen, soziale Beziehungen und zufriedenstellende Rahmenbedingungen wie Arbeitszeiten, klar erreichbare Ziele, ganzheitliche Arbeitsaufgaben mit Handlungsspielraum sowie angemessenes Feedback und Lohn: „Emotional an ein Unternehmen binden sich die Mitarbeiter dann, wenn sie die Werte und Normen der Organisation verinnerlicht haben.“.

Dass dieser Zusammenhang besteht, davon sind auch wir fest überzeugt. In der Vergangenheit haben wir selbst Workshops und Systeme konzipiert, um die authentischen Werte von Unternehmen zu identifizieren und zu entwickeln sowie gemeinsam mit den Mitarbeitern messbare Operatoren für die Unternehmenswerte festzulegen. Damit wirklich alle im Unternehmen ganz konkret wissen, was mit jedem einzelnen Wert gemeint ist – und wie sie ihn im Alltag anwenden können.

Unternehmer brauchen Engagement

Aus unternehmerischer Sicht ist das alles einleuchtend: Wer will, dass sich die Mitarbeiter wirklich engagieren, muss dafür sorgen, dass sie ins Unternehmen eingebunden sind und sich als „Teil der Familie“ fühlen. Dafür braucht man Transparenz und klare Kommunikation. Dann klappt es beim einen oder anderen Angestellten auch eher mit dem „unternehmerischen Denken“, das von vielen Inhabern und Führungskräften gerne eingefordert wird.

Eine gesunde Einstellung zur Arbeit

Aber wie sieht die Sache aus Sicht der Mitarbeiter selbst aus? Ist denn 71 Prozent aller Werktätigen ihre Arbeit komplett gleichgültig? In einem Interview mit der ZEIT äußert Arbeitssoziologe Falk Eckert dazu die These „Dienst nach Vorschrift ist gesund: Aus der Erwartung, dass Menschen ihrem Arbeitgeber nicht nur ihre Arbeitskraft schuldig sind, sondern auch ihre Emotionen, höre ich die Haltung heraus, dass Arbeit für alle ein zentraler Ort der Selbstentfaltung sein muss. Dieses Verständnis der Arbeit trifft aber nicht auf alle zu.“

Ein Sinn fürs Leben 

Auch dieser Standpunkt ist nachvollziehbar. Letztlich kommt es darauf an, welchen Stellenwert jeder selbst seiner Arbeit gibt und welche Priorität die berufliche Tätigkeit im eigenen Leben hat. Dient die Arbeit nur dem Gelderwerb und stellt auch eine berufliche Weiterentwicklung innerhalb der Firma keine sinnvolle Investition in die Zukunft dar, dann ist die Einstellung „Dienst nach Vorschrift“ möglicherweise eine angemessene Entscheidung. Wichtig für das persönliche Wohlergehen wäre in dem Fall, dass etwas anderes im Leben die Funktion von Ankerpunkt beziehungsweise Antrieb erfüllt – beispielsweise die Familie, der Partner, eine gemeinnützige bzw. soziale Tätigkeit oder ein intensives Hobby. Sonst besteht tatsächlich das Risiko, dass mit der Zeit nicht nur die eigene Tätigkeit, sondern das Leben selbst „sinnlos“ erscheint. Eine Folge kann das sogenannte „Boreout-Syndrom“ sein – Depression durch Unterforderung. Ein Leitsatz, der sich hierfür anbietet, ist die Umkehrung eines bekannten Mottos: „Gib einem Sinn Dein Leben!“. Sprich: Suche Dir aktiv eine Sache aus, der Du Dein Leben widmest. Und sei der Beste darin, der Du sein kannst.

Unterstützung für Unternehmer und Mitarbeiter

Mit unserem Businesscoaching-Angebot unterstützen wir Unternehmer und Führungskräfte dabei, ihre Mitarbeiter für die Firma zu (zurückzu)gewinnen, Begeisterung für die eigene Tätigkeit (wieder)zuentdecken und das Engagement (weiter) zu steigern. Beispielsweise mit einem Führungskräftecoaching oder einem Teamcoaching. Und wir können im Einzelcoaching mit Mitarbeitern arbeiten, die mehr könnten, wenn sie wollten.

Aber auch, wenn Sie sich als Angestellter wünschen, wieder engagierter und begeisterter zur Arbeit zu gehen – ob zu ihrer aktuellen oder zu einer neuen Stelle – unterstützen wir Sie gerne in einem persönlichen Coaching dabei, den Sinn in Ihrem Leben neu zu finden und Ihr Leben danach auszurichten.

Bildquelle: www.istock.com