Motivier’ mich mal!

Start | Blog | Motivier’ mich mal!

Was motiviert uns eigentlich, morgens aufzustehen? Der Wecker? Die Arbeit oder eher die Miete, die bezahlt werden sollte? Die Kinder, die zur Schule gebracht werden müssen? Und was motiviert sie? Die Lehrer? Der Stoff? Oder die Aussicht auf einen sicheren Beruf, bei dem man morgens wieder früh raus muss? Prüfen Sie mal selbst: Fällt es Ihnen morgens meist leicht, aufzustehen? Freuen Sie sich sogar auf den Tag? Oder ist jeder Morgen ein Kampf?

Funktioniert Motivation? (Spoiler: Nicht wirklich)

Wer es morgens schon schwer hat, sich zu überwinden, ist auch tagsüber bei der Arbeit eher aufgeschlossen für Animationsprogramme: Als würde das monatliche Gehalt gerade mal so als laufender Posten wahrgenommen, richtet man sein Handeln auf Bonuszahlungen, Incentives und lobende Worte aus der Chefetage aus. Die Führungskräfte spielen bei diesem Motivationsspiel gerne mit, versprechen sie sich doch mehr Leistung durch die Magie der „Möhre“, die sie vor ihren Mitarbeitern zur Belohnung baumeln lassen. Und tatsächlich funktioniert diese Form der Motivation ja auch oft genug. Allerdings nur kurzfristig.

Denkfehler in der Führungsetage

Der entscheidende Denkfehler der „motivierenden“ Chefs ist nämlich, dass sie die Belohnung an die Stelle des eigentlichen Arbeitszwecks setzen. Ihre Teams arbeiten so irgendwann nicht mehr für das Ziel des Unternehmens, sondern für den Bonus-Scheck oder das verlängerte Wochenende auf Hawaii (ja, das gibt es!). Und auch das reicht irgendwann nicht mehr. Die Folge: Die Identifikation mit dem Unternehmen, dessen Zielen und Aufgaben schwindet und die Mitarbeiter irgendwann auch – spätestens, wenn man die letzten Boni nicht mehr überbieten kann und der Wettbewerb mit attraktiveren Konditionen lockt.

Denkfehler bei den Mitarbeitern

Der entscheidende Denkfehler der Mitarbeiter ist es, ihre Tätigkeit von Belohnungen abhängig zu machen. Wer eine Aufgabe in erster Linie für einen Anreiz erfüllt, gibt nach und nach seine Selbstbestimmung auf und verabschiedet sich von der Idee, aus eigenem Antrieb sein Leben und seine Arbeit mitzugestalten. Daraus kann eine grundsätzliche Antriebslosigkeit und Orientierungslosigkeit folgen

Wir müssen nur wollen – wie man sich selbst motiviert

Natürlich ist diese Situation nicht für jeden gleich dramatisch. Für viele Menschen nimmt die Arbeit keinen so großen Stellenwert ein, sie verwirklichen sich in ihrer Familie, im Sportverein oder in ihren Hobbys. Wer seine Arbeit jedoch als einen wichtigen Teil seines Lebens betrachtet, sollte anfangen, umzudenken. Und statt auf Belohnungen von außen zu schielen, lieber zunächst nach innen schauen und überlegen, wozu man eigentlich arbeitet und in welchen Dienst man – im wahrsten Sinne des Wortes – seine Arbeitskraft stellen will. Vielleicht stellt sich dabei heraus, dass die aktuelle Position oder der aktuelle Arbeitgeber gar nicht dazu passen. Und vielleicht gibt es auch in bestehenden Arbeitsverhältnissen die Möglichkeit, etwas passender zu gestalten. Schließlich verbringen wir die meiste wache Zeit unseres Lebens mit der Arbeit, da wäre es doch schön, wenn man keine Motivation von außen dazu braucht, sondern aus eigener Motivation 100 Prozent gibt.

Wozu statt Wofür – wie man andere motiviert

Wenn Motivation durch Anreize nur kurzfristig funktioniert – kann man andere denn überhaupt anders motivieren? Ja, und zwar relativ einfach und kostengünstig: Indem man herausfindet, wofür die eigenen Mitarbeiter wirklich brennen. Ob man dies mittels Interviews, Coachings oder Stärkentests macht, ist zweitrangig. Entscheidend ist, gemeinsam das „Wozu“ herauszufinden. Und möglichst alle Mitarbeiter so einzusetzen, dass sie ihre Potenziale optimal entfalten können. Denn es gibt nichts, was motivierender ist als sinnvolle, nützliche Arbeit.

Bildquelle: gregor.kiosk - www.photocase.de, busdriverjens - www.photocase.de